Du betrachtest gerade Drei Synoden, ein klares Signal: Kirchenkreise bekräftigen Fusionskurs
Superintendentin Dr. Ilka Werner und die Superintendenten Wolfram Günther und Rainer Kaspers

Mettmann/Niederberg/Solingen, 7. Juli 2026 – Die Kreissynoden der drei evangelischen Kirchenkreise Düsseldorf-Mettmann, Niederberg und Solingen haben im Juni ihre Sommertagungen abgehalten und dabei ein deutliches Meinungsbild zu den Eckpunkten einer geplanten Fusion abgegeben. Die Zustimmungswerte zu zentralen Strukturfragen lagen durchgehend sehr hoch — ein starkes Signal für den gemeinsamen Weg.

Den Anfang machte der Kirchenkreis Niederberg mit seiner Sommersynode am 12. und 13. Juni, gefolgt vom Kirchenkreis Düsseldorf-Mettmann am 17. Juni. Die Solinger Kreissynode kam am letzten Juniwochenende zusammen. Auf allen drei Tagungen wurden die gewählten Synodalen um ein Meinungsbild zu vier strukturellen Kernfragen der Fusion gebeten.
Die Ergebnisse sind eindeutig: 87,5 Prozent der Synodenmitglieder sprachen sich dafür aus, Regionen aus mehreren Gemeinden künftig als verbindliche Planungsgrößen für die Verteilung von Personal, Pfarrstellen und Finanzen zu nutzen. Dass der neue Kirchenkreis Anstellungsträger für das Personal werden soll, befürworteten 86 Prozent. Dafür dass auch die Pfarrpersonen zukünftig beim Kirchenkreis angestellt sind, stimmten ebenfalls 85,5 Prozent. Der Vorschlag, qualifiziertes Fachpersonal als regionale Ansprechpersonen einzusetzen, fand mit 60,8 Prozent eine klare Mehrheit.

„Vor allem gaben die drei Synoden ein starkes Signal, weiter auf dem Weg zur Fusion zu bleiben und in unserer Region Kirche neu zu denken“, sagte Rainer Kaspers, Superintendent des Kirchenkreises Düsseldorf-Mettmann. Die nicht mit Ja votierenden Stimmen stehen dabei überwiegend nicht für Ablehnung: Viele Synodalmitglieder signalisierten, dass sie weitere Informationen benötigten, bevor sie zustimmen könnten.

„Die breite Zustimmung unserer Synode zeigt: Niederberg ist bereit, diesen gemeinsamen Weg zu gehen. Bisher sind wir gut vorangekommen und das gibt mir Zuversicht, dass wir auch die anspruchsvollen Schritte, die noch vor uns liegen, gemeinsam bewältigen werden“, sagte Wolfhard Günther, Superintendent des Kirchenkreises Niederberg.

Superintendentin Dr. Ilka Werner aus Solingen betonte: „Unsere Aufgabe ist es, kirchliches Leben auch bei sinkenden Ressourcen verlässlich zu erhalten. Dazu brauchen wir starke Gemeinden mit einem eigenen Profil vor Ort, eine verbindliche Zusammenarbeit in Regionen und den Kirchenkreis als Ermöglicher im Hintergrund.“ Zur Zukunft Solingens: „Die Zusammenarbeit in der Solinger Region wird uns die Möglichkeit geben, unser Profil als ‚Klingenkirche‘ weiterzuführen.“

Die drei Kirchenkreise arbeiten seit dem Jahresbeginn aktiv an der Fusion. Arbeitsgruppen nehmen die unterschiedlichen Arbeitsfelder in den Blick und erarbeiten Vorschläge für die gemeinsame Zukunft. Im Rahmen eines engen Zeitplans ist die Fusion zum 1. Januar 2029 geplant.

Hintergrund: Warum die drei Kirchenkreise zusammengehen

Der Zusammenschluss ist eine Antwort auf Entwicklungen, die alle drei Kirchenkreise gleichermaßen treffen: sinkende Mitgliederzahlen infolge des demografischen Wandels sowie Kirchenaustritte, enger werdende finanzielle Spielräume und ein wachsender Mangel an Pfarrerinnen und Pfarrern. In den drei Kirchenkreisen mit ihren 29 Gemeinden sind derzeit rund 130.000 Menschen Mitglied, davon etwa 58.000 im Kirchenkreis Düsseldorf-Mettmann sowie jeweils rund 35.000 in Solingen und Niederberg.

Superintendent Rainer Kaspers rechnet vor, dass die Zahl der Mitglieder in den vergangenen fünf Jahren im Schnitt um rund drei Prozent pro Jahr zurückgegangen ist. Setze sich diese Entwicklung fort, sei spätestens im Jahr 2040 keiner der drei Kirchenkreise allein überlebensfähig.
Doch auch der gemeinsame Weg ist mit Herausforderungen verbunden. Die künftige Kirche werde weniger und kleiner. Dazu gehört neben dem Abbau von Gebäuden auch eine Stellenreduktion. Der Abbau soll über die normale Fluktuation erfolgen; betriebsbedingte Kündigungen schließen die Verantwortlichen aus. Am Ende könnte etwa die Hälfte der heutigen Pfarrstellen übrigbleiben. Zugleich entstehen neue Aufgabenprofile, etwa ordinierte Diakoninnen und Diakone sowie zusätzliche Gemeindemanagerinnen und Gemeindemanager.

Pläne für die konkrete Ausgestaltung der Fusion machen insgesamt 30 Menschen aus allen drei Kirchenkreisen, die in fünf Arbeitsgruppen an grundlegenden Fragen und an Teilaspekten arbeiten. Am Ende müssen alle drei Synoden diesen Vorschlägen zustimmen. Dem grundsätzlichen Beschluss, den Fusionsweg fortzusetzen, stimmten bereits im Herbst 2025 alle drei Kreissynoden fast einstimmig zu. Bei dem aktuell auf den Sommersynoden 2026 erhobenen Meinungsbild handelt es sich noch um keine verbindlichen Beschlüsse. Die formellen Entscheidungen dazu werden den Herbstsynoden im November zur Beschlussfassung vorgelegt.

Als Fusionstermin ist der 1. Januar 2029 vorgesehen; ob eine Verschiebung auf 2030 nötig wird, hängt vom Fortgang der weiteren Beratungen ab. Für 2027 sind erstmals gemeinsame Synoden der drei Kirchenkreise vorgesehen.